Wellness mit Männern – ein Erlebnis mit Bericht (Teil 2)

Wir sitzen alsbald in einem Whirlpool. Alpiennes- Bergerlebnis für Zwei. Es sprudelt und spritzt, es leuchtet und duftet. Wir nippen am Sektchen und knabbern an Gebäck. Hach, wie romantisch! Worüber sonst keiner schreibt, kommt jetzt.

Jörn ist viel größer und breiter als ich. Der Kerl füllt mit seinen Schultern die gesamte Rückwand des Pools aus. Ich hingegen, ich sitze quasi zwischen den Düsen und muss mich von links nach rechts bewegen, wenn ich an bestimmten Stellen in Nacken und Rücken massiert werden mag. Tue ich das nicht, schießen zwei Mörderdüsen an mir vorbei ins Wasser, was wiederum für Blubberblasen vom Feinsten sorgt. Diese wiederum platzen anscheinend alle direkt vor meinem Gesicht. Jörn schaut also auf seine Frau, die entweder unruhig an der Wannenwand herumfährt oder, wenn sie mal zur Ruhe kommt, spuckt und hustet.

Ladies, in so einem Moment kannst Du weder süffisant einen Schluck aus Deinem Prosecco-Glas nehmen, noch laszive an einem Gebäckstück knabbern!

Nach zwanzig Minuten Badezeit schaltet sich der Whirlpool von selbst aus und wie von Geisterhand fliest das feine Kräuterwasser den Abfluss hinab. Jörn steigt entspannt aus dem Bade empor und ich… möchte es ihm elegant gleich tun, als er mir den Bademantel reicht, bleibe aber kineästhetisch begabt mit meiner Wade am Wasserhahn hängen. Noch viele Wochen später habe ich eine Erinnerung an diesen Moment in meiner Haut verewigt.

So kommt es auch, dass ich während der anschließenden Paarmassage viel damit zu tun habe, den Schmerz in meinem Bein wegzuträumen. Es fällt mir allerdings wirklich leicht, denn meine Masseurin Sabrina (jaaaaa, wer diesen Namen trägt versteht seinen Job) weiß, was sie tut. Jörns Masseurin offensichtlich auch, denn der liegt neben mir und stöhnt hin und wieder unterdrückt auf. Ich drehe meinen Kopf ab und zu in seine Richtung, nur um zu überprüfen, ob wir tatsächlich beide dieselbe Massage bekommen.

Als wir zurück in unser Zimmer gehen (ich humpelnd, Jörn schwebend) verbuche ich das Erlebnis als vollen Erfolg. Den nächsten Ehejahren steht weder Meditationsgongs noch Paarmassagen irgendetwas im Weg. Danke, oh Herrgott!

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Salz auf unserer Haut
Jörn und ich flanieren später durch Guglwalds Pool-Landschaft. Wir entdecken ein Schild, auf dem eine in warmes Licht getauchte Steingrotte zu sehen ist, in deren Mitte ein gemütlich wirkendes Bett das Zentrum bildet. Roséfarbene Salzsteine laden uns dazu ein, uns mit Soledampf besprühen zu lassen. Jörn ist sofort begeistert und besorgt Jetons, die man benötigt, um sich eine Salzgrotte zu öffnen.

Wenige Minuten später liegen wir beide auf dem Bett und es passiert…. Nichts. Weder ein schummriges Licht, noch der Bildschirm über dem Bett machen irgendwas. Gerade als Jörn aufstehen und zur Rezeption gehen mag, geschieht doch noch etwas. Aus einer Düse über dem Bett kommt kalter Dampf, der muffig riecht und salzig schmeckt. Ich huste. Wir gucken uns an und lachen lauthals.
„Oh wie romantisch!“ prustet Jörn und nimmt mich in den Arm. Ich liege im Bikini da und warte auf die 40 Grad Celsius, die man uns versprochen hat. Weil er gerne das Beste aus Situationen wie solchen macht, reckt Jörn sein Gesicht dem Dampf entgegen, wenn er rausschießt. Ich hingegen verberge mein Gesicht in seiner Brust und warte auf die Wärme der Grotte – die da nie kommen wird.

Zwanzig durchgefröstelte Minuten später erklimmen wir die Treppen hinauf ins Wellnessbad. Die Sache mit der Salzgrotte… verbuchen wir als Prüfung unserer Ehe, auch in schwierigen Momenten zusammen zu halten und uns Wärme zu spenden, wenn die Welt um uns herum kalt geworden ist.

Zurück zum Badezimmer (siehe Teil 1). Jörn und ich teilen unsere Begeisterung für das Saunieren und feiern die Möglichkeit, jederzeit zusammen schwitzen zu können, ausgiebig. Abwechseln saunieren wir, trinken Wässerchen und Tee, lesen in Büchern und Zeitschriften, sitzen im Erker oder auf dem Balkon, beginnen den Prozess von vorne und so weiter. Das ist Erholung pur! Nachdem man uns davon überzeugt hat, dass Internetzugang absichtlich nur in der Hotel-Lobby zur Verfügung steht, arbeiten wir auch nicht, sondern räkeln uns in den Bettlaken.

Die Bettlaken. Auch so ein Thema. Wir fühlen uns so wohl darin, dass wir tatsächlich in die örtliche Weberei fahren und dort diese Bettwäsche nähen lassen. Wir beschließen erst danach uns zu merken, dass Gongbäder und Paar-Massagen auch unsere Gehirne so sehr entspannen, dass wir unbesonnene Entscheidungen an der Finanzfront treffen.

Nach fünf wunderbaren Tagen ist es vorbei. Hinter uns liegt die Weltbeste Hochzeitsparty, die wir je besucht haben. Es war unsere eigene. Wir blicken auf wunderschöne Wellness-Tage zurück und als wir zurück nach München fahren glauben wir beide, zusammen unbesiegbar zu sein.

Zieh Dich warm an, Welt.

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Ein Gedanke zu “Wellness mit Männern – ein Erlebnis mit Bericht (Teil 2)

  1. s Patentantchen 29. September 2015 / 10:16

    Liebe Sabrina, lieber Jörn,
    wir wünschen Euch, dass dieses wunderbare, entspannte Nachhochzeits- und Nachflitterwochenhochgefühl noch viele Jahre in Euch erhalten bleibt. Und wenn es doch mal rauh und kalt in der Welt wird, dass Ihr Euch schnell wieder an diese wunderbaren Tage erinnert.

    Küsschen und n Drückerle
    Dagi

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