Kinder bringen uns Erwachsenen den Tod näher

Hunde Tod Einschläfern Regenbogenbrücke TiertrauerKinder sind in vielem wie Hunde – das meine ich als Kompliment. Die Welt durch die Augen eines Kindes zu sehen, jeden Augenblick als etwas einzigartiges und kostbares wahrnehmen. Kein erwachsenes Schubladendenken über den Moment stülpen. Wie gerne würde ich das täglich ohne Anstrengung tun! Wahrscheinlich verstehen sie sich deshalb manchmal blind, Kinder und Hunde. Sie lieben beide bedingungslos und blicken vertrauensvoll, bar jeglicher niedriger Beweggründe auf das Leben. Sie verstehen den Blickwinkel des anderen ohne darüber nachzudenken. Ähnlichkeit schafft Nähe und Vertrauen. Beide, Menschenkind und Hund, spüren den Zauber der Welt. Das, was das Leben lebenswert macht. Zuneigung. Respektvoller Umgang. Vertrauen. Kinder solange, wie die Welt der Erwachsenen es zulässt. Hunde für immer.

Vor einigen Monaten las ich einen Artikel über Kinder, die ihre Gefühle ausdrückten, als der Hund der Familie gestorben war. Für viele Familien gehört der eigene Hund gleichwertig in den Kreis von Mutter, Vater und Kindern – eben mit ganz eigenen, hündischen Bedürfnissen. Der Hund wird geliebt. Er macht es seinen Menschen meist einfach, ihn lieb zu haben. Schließlich tut er das, was bei uns als bedingungslose Liebe ankommt. Deshalb schmerzt es auch bitter, wenn er uns verlässt, nach viel zu wenigen gemeinsamen Jahren.

Es ist faszinierend, was Kinder uns mit ihrer Sicht auf das Leben beibringen können. Mindestens genauso beeindruckend finde ich, was sie uns über den Tod lehren, wenn wir sie lassen:

Eine Tierärztin wird von einer Familie gebeten, den alten Irischen Wolfshund „Belker“ zu untersuchen, der seit einigen Tagen schlapp und müde wirkt. Nach eingehender Überprüfung seiner Organe muss sie der Familie, darunter dem sechsjährigen Shane, leider eine schockierende Diagnose mitteilen. Belker hat Krebs, der so weit fortgeschritten ist, dass man ihm nicht mehr helfen kann. Sie bietet Belkers Familie an, zu ihnen nach Hause zu kommen, um ihn in den kommenden Tagen einzuschläfern, damit er in seinem gewohnten Umfeld sterben kann.

Da ist er wieder, der altbekannte Kloß im Hals, der die Tierärztin immer dann besucht, wenn Familien sich um ihren sterbenden Hund versammeln. Shanes Eltern sind der Ansicht, dass es eine wichtige Erfahrung für den Jungen sei, den Vierbeiner bis in den Tod zu begleiten. Während er seinen felligen Freund ein letztes Mal streichelt, wirkt Shane vollkommen ruhig. Die Tierärztin zweifelt bereits daran, dass der kleine Junge überhaupt versteht, was hier gerade passiert. Belker schläft nach kurzer Zeit für immer ein. Eltern und Tierärztin sitzen noch einige Zeit beisammen, darüber sprechend, warum es wohl so sei, dass Hunde so viel weniger Zeit zu leben hätten, als Menschen. Shane bleibt immer noch ruhig, verfolgt das Gespräch aber mit wachen Augen. Auf einmal springt er auf und erklärt bestimmt: „Ich weiß, warum!“ Völlig perplex hören seine Eltern und die Tierärztin die wohl heilsamste Erklärung, mit der wir dem Verlust eines vierbeinigen Freundes wohl begegnen können:

„Menschen werden geboren um zu lernen, wie sie ein gutes Leben führen können – wie etwa jeden Mitmenschen zu lieben, egal wen. Und wie man stets freundlich und fröhlich ist, oder?“ Shane macht eine kurze Pause und sieht zu seinem vierbeinigen Freund. „Naja, Hunde wissen längst, wie das geht. Deshalb bleiben sie auch nicht so lange auf der Erde.“

Mich hat Shanes Sicht auf das Leben und den Tod tief beeindruckt. In diesen wenigen Worten steckt überwältigend viel Weisheit.

Sie sind so nah am Kern ihres Wesens, Kinder und Hunde. Ich wünsche unserer Welt, dass Menschen sie auch aus den Augen eines Kindes wahrnehmen und täglich mit dem Schwanzwedeln eines Hundes begrüßen.

This one goes out to Shane and his parents, but also to the vet who shared this story. Thanks guys, keep chasing your dreams!

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2 Gedanken zu “Kinder bringen uns Erwachsenen den Tod näher

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